HVB-Pressemitteilung, 31. Jänner 2025
Marktdaten 2024: Österreichischer Buchmarkt zeigt sich resilient
2024 konnte der österreichische Buchmarkt eine stabile Entwicklung verzeichnen: Der Umsatz stieg am Gesamtmarkt um 4,7 Prozent. Auch der stationäre Buchhandel legte mit einem Plus von 5 Prozent zu. Die Absatzzahlen zeigen ein positives Bild: Im Gesamtmarkt erhöhte er sich um 3,1 Prozent, im stationären Handel um 2,8 Prozent.
Trotz dieser Zahlen steht die Branche unverändert vor Herausforderungen. Gestiegene Kosten für Energie, Papier, Mieten und Löhne belasten den Buchhandel immer noch sehr spürbar.
Die Jahresinflation betrug 2024, nach hohen Teuerungsjahren davor, 2,9 Prozent. Der durchschnittliche Preis für ein Buch stieg gegenüber 2023 um 1,5 Prozent quer über alle Warengruppen, Ausgabeformen und Absatzwege auf 16,27 Euro und bleibt damit wie auch in den Vorjahren unter der Teuerungsrate.
Durchschnittskosten pro Buch:
2024: 16,27 Euro
2023: 16,03 Euro
2022: 15,32 Euro
2021: 15,08 Euro
2020: 14,84 Euro
Belletristik, Kinder- und Jugendbücher und Sachbücher im Aufschwung
Im Umsatzvergleich zwischen den Warengruppen schneidet die Belletristik am besten ab: Hier konnte ein Umsatzplus von 9,7 Prozent erreicht werden. Auch Kinder- und Jugendbücher zeigten eine erfreuliche Entwicklung mit einem Zuwachs von 7,7 Prozent. Die Sachbuch-Sparte verzeichnete ebenfalls ein deutliches Plus von 7,2 Prozent. Dagegen mussten naturwissenschaftliche Themen den stärksten Rückgang hinnehmen: Der Umsatz sank hier um 9,5 Prozent. Auch Geisteswissenschaften, Kunst und Musik (-1,5 Prozent), Sozialwissenschaften, Recht und Wirtschaft (-4 Prozent), Ratgeber (-1,7 Prozent) sowie die Warengruppe Reisen (-2,4 Prozent) verzeichneten leichte Umsatzrückgänge.
Interessanterweise zeigt sich im Sortimentsbuchhandel ein etwas anderes Bild: Sozialwissenschaften, Recht und Wirtschaft erzielten hier ein deutliches Umsatzplus von 8,6 Prozent. Geisteswissenschaften, Kunst und Musik konnten im stationären Buchhandel im Gegensatz zum Gesamtmarkt um 1,6 Prozent zulegen. Naturwissenschaftliche Themen schnitten im Sortimentsbuchhandel ebenfalls besser ab, mit nur einem leichten Rückgang von 0,6 Prozent. Ansonsten spiegeln sich die Trends des Gesamtmarkts auch im Sortimentsbuchhandel wider.
Bei den Editionsformen konnten Taschenbücher am Gesamtmarkt ein Plus von 10,1 Prozent verzeichnen, gefolgt von Hardcover- und Softcover-Ausgaben, die zusammen um 3,6 Prozent zulegten. Kalender erzielten ebenfalls eine positive Entwicklung mit einem Zuwachs von 6,1 Prozent. Hörbücher verzeichneten hingegen ein deutliches Minus von 16,9 Prozent. Auch Karten und Globen entwickelten sich rückläufig.
Bestseller 2024
Wie schon im Vorjahr steht auch 2024 wieder der österreichische Autor Thomas Stipsits gemeinsam mit dem Carl Ueberreuter Verlag an der Spitze der Belletristik/Hardcover-Charts. Sein Werk „Allerheiligen-Fiasko“ sichert ihm den ersten Platz. Auf Platz zwei folgt Sebastian Fitzek mit „Das Kalendermädchen“ (Droemer). Den dritten Platz belegt Joachim Meyerhoff mit „Man kann auch in die Höhe fallen“ (Kiepenheuer & Witsch).
Im Bereich Sachbuch/Hardcover erreicht Elke Heidenreich mit „Altern“ (Hanser Berlin) Platz eins. „Lustig war’s immer“ von Hans Krankl und Herbert Prohaska (Edition A) landet auf Platz zwei, gefolgt von Yuval Noah Hararis „NEXUS“ (Penguin) auf Platz drei.
In der Sparte Ratgeber/Hardcover führt Stefanie Stahl mit „Das Kind in dir muss Heimat finden“ (Kailash) die Liste an. Den zweiten Platz belegt Sepp Schellhorn mit „Sepp, was machst du?“ (DK Verlag). Auf Platz drei steht „Jeden Tag ein Schritt“ von Kiarash Hossainpour und Philip Hopf (Next Level Verlag).
Besseres Weihnachtsgeschäft als 2023
Ein Blick auf den Umsatz im Monat Dezember präsentiert ein positiveres Bild als im letzten Jahr. Sowohl am Gesamtmarkt (+6,7 Prozent) als auch im stationären Handel (+4,3 Prozent) konnte ein Umsatzplus erzielt werden.
Die Sparten Belletristik und Kinder- und Jugendbuch erfreuten sich größerer Beliebtheit als Weihnachtsgeschenk. Sozialwissenschaften, Recht und Wirtschaft (+10,2 Prozent) und Sachbuch (+10,6 Prozent) verzeichnen ebenfalls ein deutliches Absatzplus.
Insgesamt wurden im November und Dezember 2024 26,4 Prozent des Jahresumsatzes erzielt.
Vergleich mit dem gesamten deutschsprachigen Markt
Der österreichische Buchhandel entwickelte sich 2024 im Vergleich mit unseren Nachbarn Deutschland und Schweiz etwas positiver.
In der Schweiz sank die Zahl der verkauften Bücher um 1,3 Prozent, während der Umsatz mit einem leichten Minus von 0,2 Prozent nahezu stabil blieb. Die durchschnittliche Preissteigerung von 1,0 Prozent konnte das Minus bei den Stückzahlen größtenteils ausgleichen.
In Deutschland konnte der Gesamtumsatz 2024 mit einem Plus von 0,8 Prozent etwas zulegen. Allerdings gingen die Buchverkäufe erneut zurück, mit einem Rückgang der abgesetzten Menge um 1,7 Prozent. Der Anstieg des Umsatzes war ausschließlich auf einen Preisanstieg von 2,6 Prozent zurückzuführen.
Trotz der weiterhin bestehenden Herausforderungen zeigt sich der österreichische Buchmarkt 2024 vorsichtig optimistisch. Die Marktzahlen zeigen: Das Interesse an Büchern bleibt groß.